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„D.I.E. Firmenhistoriker GmbH“

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Ansicht der Papierfabrik Unterkochen, 1840
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Dekorpapiere für Kunden in der ganzen Welt

Aalen-Unterkochen / Das klare Wasser vom Kocherursprung, Holzkohle aus den herrschaftlichen Wäldern und keine Zollschranken: Der Ellwanger Fürstprobst Johann Christoph von Westerstetten hat in Unterkochen beste Voraussetzungen gefunden, um 1613 die Papierfabrik Unterkochen zu gründen. Schnell wurde die Papiermühle zur bedeutendsten in der Region, mit ihren 400 Jahren ist sie das zweitälteste Unternehmen weit und breit. Aus der einstigen Bütte ist einer der modernsten Dekorpapierhersteller weltweit geworden. Seit 1996 ist die Papierfabrik in Unterkochen ein Teil der Munksjö-Gruppe (mit Hauptsitz in Stockholm) und produziert mit den 250 Mitarbeitern und zwei Papiermaschinen hochspezialisiertes Dekorpapier, vor allem für Laminatböden und Böden, das in der ganzen Welt gefragt ist.

Früher wurde Papier aus Lumpen gemacht, heute produziert Munksjö überwiegend aus Eukalyptusholz Zellstoff für hochwertigstes Dekorpapier für die Kunden etwa in Australien, Nord- und Südamerika, Russland, Asien und natürlich für den europäischen Markt. Statt der Bütte finden sich heute Zyklonschleudern, Computer und Roboter in den Produktionshallen. In der Papierfabrik hält man die 400-jährige Geschichte der altehrwürdigen Papierfabrik hoch in Ehren. Rund zwei Jahre lang hat Dr. Rainer Lächele vom Büro „Die Firmenhistoriker“ aufwendig die Geschichte der Papierfabrik recherchiert, die vielen Unterkochener noch unter dem Namen „PWA“ bekannt ist. Was dagegen nicht so bekannt ist: In den Zeiten des Wirtschaftswunders produzierte die Fabrik Damen-Tampons, beim Tag der offenen Tür am Samstag ist beispielsweise ein Werbefilm mit Inge Meysel zu sehen, die Reklame für die Damenhygieneartikel aus Unterkochen macht. Am Ende der 1970er-Jahre war aus der traditionsreichen Papierfabrik ein hochprofitables, ausschließlich auf Dekorpapiere spezialisiertes Unternehmen geworden, das in alle Welt exportiert.

Am Samstag gibt das Unternehmen einen Einblick in seine Welt. Bei laufender Produktion kann bei einem „Tag der offenen Tür“ ein Blick hinter die Kulissen der Spezialpapierproduktion genommen werden. An diesem Tag kann auch die Ausstellung „400 Jahre Papierfabrik Unterkochen“ besucht werden. Gezeigt wird auch das Papierschöpfen von Hand, außerdem wird quasi im Miniaturformat die industrielle Papierherstellung demonstriert. Der Tag der offenen Tür beginnt um 9 Uhr und dauert bis 16 Uhr, der letzte Einlass ist um 15.30 Uhr.

(Erschienen: 03.07.2013 16:05, Artikel von Markus Lehmann, schwaebische.de)

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05.07.2013