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Der Vorreiter Der Geologieprofessor Friedrich August Quenstedt wird zu einem Wegbereiter des Tübinger Gaswerks Friedrich August Quenstedt Der in Eisleben geborene Geologe „Mehr Licht!“ – diese Forderung lässt sich durch das ganze 19. Jahrhundert und Paläontologe etablierte die in Tübingen wie andernorts verfolgen.1 Gemeint waren eine bessere Straßen- Geologie an der Tübinger Univer- beleuchtung, aber auch bessere Lichtquellen für Gewerbetreibende. 1826 sität und baute dort eine stattliche Sammlung an Versteinerungen auf. erhielt Tübingen eine Straßenbeleuchtung, die zunächst mit Rüböl, später mit Bertha Froriep malte den Geologie- Schieferöl betrieben wurde und die die Bürgerschaft als Fortschritt und Auf- professor 1868 im Ornat als Rektor wertung der Stadt empfanden. Dreißig Jahre später jedoch häuften sich Klagen der Tübinger Universität. über das schwache Licht der Laternen. In der Folgezeit beschäftigten sich die Bürgerlichen Kollegien mit diesem Thema. Zur Debatte stand der Bau eines Gaswerks, das – wie in Stuttgart (seit 1845), Cannstatt (seit 1852) oder Esslingen (seit 1858) – den Rohstoff für die Gasbeleuchtung vor Ort produzieren sollte. Im Oktober 1961 bekundete dann auch der Rektor der Universität ein aus- geprägtes Interesse an der Einrichtung einer Gasbeleuchtung. Da inzwischen eine Eisenbahnverbindung nach Tübingen bestand, war eine kostengünstige Kohleanlieferung möglich geworden und damit eine wichtige Voraussetzung für die Gasproduktion aus Kohle erfüllt. Schnell hatte das Rektorat der Univer- sität bei ganzen 40 Professoren unterstützende Unterschriften gesammelt und brachte so das gewichtige Anliegen vor.2 7


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