Page 13

Firmenhistoriker

Der Konstrukteur Gaswerksexperte Emil Spreng übernimmt in Tübingen die Bauleitung für das Gaswerk Im Tübinger Stadtarchiv finden sich im dicken Konvolut zum ersten Gaswerk als älteste Blätter Briefe des Ingenieurs Emil Spreng. Der damalige Leiter des Nürnberger Gaswerks bot dem Tübinger Gemein- derat im Januar 1861 den Bau eines Gaswerks an. In seinem Schreiben zeigte Spreng, dass er sich bereits ein Bild von der Situation der Stadt Tübingen gemacht hatte: „Wegen der von Jahr zu Jahr größeren Adam Gatternicht fertigte 1865 diese Kreidelitho- Gasverbreitung selbst in kleineren Städten ist es anzunehmen, dass grafie des Tübinger Bahnhofs von der heutigen Hechinger Straße. die Universitätsstadt Tübingen, die nun auch eine Eisenbahn in naher Aussicht hat, wohl nicht länger mit der Einführung der Gasbeleuchtung Mit dem Bau der Eisenbahnlinie Reutlingen- wird warten wollen.“9 Tübingen-Rottenburg erschloss sich den Tübingern ein moderner Transportweg für Weiter kam Spreng auf den Nutzen für die Stadt zu sprechen: „Der Steinkohle, die als Rohstoff für die Gaserzeu- gung benötigt wurde. Damit war eine Grund- Unterzeichner beehrt sich deshalb, einem verehrten Gemeinderat seine voraussetzung geschaffen, ein Gaswerk rentabel 1859-1861 Dienste zur Errichtung einer Gasbeleuchtung in der Stadt Tübingen zu betreiben. ergebenst anzubieten, und hat die feste Überzeugung, dass ein der- artiges Unternehmen in Bezug auf Rentabilität ein ganz gesichertes ist und geeignet, wenn solches auf Rechnung der Stadt gebaut werden sollte, die städtischen Einkünfte zu vergrößern.“ Spreng verwies auf seine langjährige Erfahrung („seit 13 Jahren an der Spitze von Gas“) und auf die Gaswerke, die er bereits gebaut oder betrieben hatte. Und in der Tat hatte der am 6. Juni 1824 geborene 11


Firmenhistoriker
To see the actual publication please follow the link above