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9 »… eine Kooperation des Staates und privater, kapitalkräftiger und für die Wis- senschaft interessierter Bürger …« Kaiser Wilhelm II. (links) bei der Einweihung eines Kaiser-Wilhelm-Instituts in Berlin-Dahlem 1913. Rechts im Bild Adolf von Harnack, der Präsident der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft. © bpk 9 Die neuartige Verbindung von Wissenschaft und Wirtschaft entsprach nicht den tradierten Vorstellungen einer zweckfreien, rein akademi- schen Forschung und stellte einen Wendepunkt in der deutschen Wissenschaftspolitik dar. Dass Bildung und Wissenschaft fortan keine rein staatliche Aufgabe mehr sein sollte, rief durchaus Kritik hervor. Besonders scharfe Worte fand der Berliner Journalist Maximilian Harder, als er schrieb: »Sind Forschungsinstitute nötig, so hat der Staat sie zu gründen. Kann er es nicht, so mag ihn der Teufel holen.«25 Dem Erfolg der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft und der ihr angeglie- derten Forschungsinstitute konnte solch scharfe Kritik freilich keinen Abbruch tun. Zumal sich unter Harnack eine persönlichkeitszentrierte Forschungsorganisation entwickelte, die später nach ihrem Schöpfer »Harnack-Prinzip« genannt wurde: Seiner Meinung nach sollten die Institute von starken Persönlichkeiten geleitet und geprägt werden, die die »Kunst feiner und mitfühlender Menschenbehandlung« besitzen.26 Dieses Prinzip hob Harnack auch hervor, als er anlässlich der Grün- dung des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Silikatforschung 1926 in seiner Rede betonte: 1926 – 1948 19


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