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Firmenhistoriker

lich schon immer da gewesen war, aber erst durch den Balilla zum Leben erweckt wurde. Helmut Feierabend wollte das Auto unbedingt haben – und Hubertus Wolf wollte es unbedingt behalten. Jetzt zeigte sich, dass der Enthusiasmus des Kunst- schmiedemeisters Feierabend alles andere als eine kurzfristige Laune war. Ein ganzes Jahr lang drängte er den Besitzer zum Verkauf, handelte und verhandelte immer wieder – ohne Erfolg. Warum der Student dem Drängen letztlich nachgab, lässt sich nur vermuten. Sah er ein, dass seine Gipsbinden-Reparatur keine Der Neuerwerb wird provisorisch zusammengebaut und vom dauerhafte Lösung war? Brauchte er das Geld? Erlag stolzen Besitzer abgeholt. er schließlich doch den Überredungskünsten Helmut Feierabends? Wollte er wirklich ins Ausland ziehen, wie er behauptete? Und schließlich komplett in Wie auch immer: Eines schönen Tages war Hubertus jahrelanger Arbeit „restauriert“. Wolf bereit, seinen Balilla zu verkaufen – für stolze 400 Mark. In Zeiten, in denen ein durchschnittlicher Monatslohn bei rund 300 Mark lag, war das viel Geld für ein schrottreifes, altes Auto. Denn mehr war der Balilla nicht. Ein breites Interesse an historischen Fahrzeugen gab es damals nicht, Oldtimer waren noch kein Objekt der Begierde, sondern meistens ein Fall für die Schrottpresse. Die glücklichen Besitzer des Fiat Balilla: Helmut und Inge Feierabend bei einer Ausfahrt 1962. – 6 –


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