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Firmenhistoriker

wurden. 1975 schließlich wagte Helmut Feierabend den Schritt zum Bau einer eigenen Werkstatt. In der Wilhelm-Wien-Straße errichtete er jenes großzügige, moderne Gebäude, in dem die Firma nach mehreren Erweiterungen noch heute ansässig ist. Mit den Betriebsräumen wuchs auch der Kundenkreis. Im Laufe der Jahre wurde die Feierabend GmbH, wie die Werkstätte mittlerweile firmierte, zu einer gefragten Anlaufstelle für Kunden aus aller Welt. Mancher An- rufer aus Amerika oder Asien riss Helmut Feierabend aufgrund der Zeitverschiebung schon mal mitten aus dem Nachtschlaf. Immer wieder ließen ihn die Besitzer automobiler Raritäten kurzerhand übers Wochenende einfliegen, beispielsweise um ihr gutes Stück für eine Oldtimerveranstaltung startklar zu machen. Auch wenn für Helmut Feierabend – ganz im Gegensatz zu seinem Nachnamen – das Wort Feierabend meist ebenso ein Fremdwort war wie Urlaub, machte ihm die starke berufliche Anspannung nichts aus. Im Gegenteil, denn der Antrieb für sein Schaffen war die Leidenschaft und die Herausforderung, aus einer automobilen Ru- ine wieder ein Kunstwerk zu schaffen, das technisch und optisch im Glanz des früheren Originalzustands erstrahlt. Zur Bewältigung dieser Aufgabe gehörte es oft, nächtelang von Hand Konstruktionszeichnungen oder Skizzen anzufertigen. „Ohne Begeisterung, mit der ich meinen Beruf immer ausgeübt habe, geht es nicht“, sagte er einmal in einem Interview, „denn viele Stunden, die man in einen Auftrag reinstecken muss, „Ohne Begeisterung geht es nicht“, Helmut kann man gar nicht berechnen.“3 Feierabend um 1980 bei der Mitentwicklung des „neuen“ BMW 328 3 BMW Magazin 2/1992, S. 73 Zylinderkopfes. – 12 –


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