GGH

GGH: 100 Jahre sozialer Wohnungsbau in Heidelberg erlebbar gemacht

Die Gesellschaft für Grund- und Hausbesitz Heidelberg (GGH) ist das kommunale Wohnungsunternehmen der Stadt Heidelberg. Sie wurde 1921 gegründet und bewirtschaftet heute mehr als 7.200 Wohnungen. Damit nimmt das Unternehmen eine zentrale Rolle auf dem Heidelberger Wohnungsmarkt ein und prägt die Stadtentwicklung mit.

GGH -Historische Fotos

Projektsteckbrief – Was haben wir umgesetzt?

  • Projektart: Jubiläumsprojekt zum 100-jährigen Bestehen der GGH
  • Zeitraum: 2021–2024, Abschluss im Juli 2024
  • Recherche: Archiv- und Quellenarbeit in relevanten Beständen
  • Redaktion: Jubiläumsbuch konzipiert und auf 170 Seiten umgesetzt
  • Oral History: 7 Zeitzeugeninterviews geführt und ausgewertet
  • Digital: Jubiläumswebsite, interaktive Karte, ca. 40 Storys
  • Museum: Dauerausstellung und Museumswohnung

Key Facts

Branche: Baugewerbe

Unternehmensart: Kommunen

Auftrag & Ausgangslage

Zum 100-jährigen Jubiläum wollte die GGH ihre Geschichte nicht als Chronik erzählen, sondern als Teil der Heidelberger Stadt- und Alltagsgeschichte. Ausgangspunkt war der Wunsch nach einer historisch belastbaren Aufarbeitung, die intern Orientierung gibt und zugleich für die Stadtöffentlichkeit funktioniert. Das Projekt musste ein Jahrhundert Wohnungsbau, Sozialpolitik und Stadtentwicklung verständlich bündeln und über verschiedene Formate vermitteln. Dabei sollten auch Stimmen von Bewohnern sichtbar werden, nicht nur Daten und Bauprojekte. Die Herausforderung lag in der Übersetzung komplexer Geschichte in klare Geschichten – ohne historische Genauigkeit zu verlieren.

Vorgehen im Projekt

D.I.E. Firmenhistoriker entwickelte gemeinsam mit der GGH und der Agentur com-a-tec ein medienübergreifendes Konzept. Grundlage waren Archiv- und Quellenrecherchen sowie die Auswertung von sieben Zeitzeugeninterviews. Daraus leitete das Team Themen, Orte und Biografien ab und übertrug sie in mehrere Formate: ein Jubiläumsbuch, kurze Online-Storys und eine Ausstellung. Ein Schwerpunkt war die Museumswohnung in der Siedlung „Blaue Heimat“ in Handschuhsheim. Dort wurde der Alltag der 1920er Jahre mit Originalobjekten sowie Sound- und Geruchselementen inszeniert, angelehnt an die belegte Mieterbiografie Friedrich Zuber.

Das Museums-Ensemble verdeutlicht zum einen die zentrale Stellung der GGH, die sie als größte Vermieterin und Garantin für bezahlbaren und qualitativ hochwertigen Wohnraum seit einem Jahrhundert in der Stadt einnimmt, zum anderen erweitern die kombinierten Räumlichkeiten die Museumslandschaft in Heidelberg und bringen mit viel Liebe zum Detail den Alltag einer Familie näher, die vor 100 Jahren in dieser Wohnung gelebt haben könnte.
Peter Bresinski, Geschäftsführer der GGH

Projektergebnisse

Entstanden ist ein Bündel aus analogen und digitalen Ergebnissen: ein gedrucktes Jubiläumsbuch, eine Jubiläumswebsite mit interaktiver Karte und rund 40 historischen Storys, eine Dauerausstellung sowie eine begehbare Museumswohnung. Zusätzlich gibt es einen virtuellen 360°-Rundgang durch die Wohnung, der den Zugang unabhängig vom Ort ermöglicht. Die GGH kann ihre Rolle in der Heidelberger Stadtentwicklung damit konkret zeigen – über Quellen, Orte und Lebensgeschichten. Gleichzeitig steht nun dauerhaft nutzbares Material für interne Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit und Vermittlung bereit, das über das Jubiläumsjahr hinaus verwendet werden kann.

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