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„D.I.E. Firmenhistoriker GmbH“

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Ausstellung

Schaffer guter Stuben

Dr. Rainer Lächele ist Firmenhistoriker und als solcher hat er zusammen mit seinem Kollegen Harald Binder die Ausstellung im Rathausfoyer zusammengetragen. Sie ist mehr als ein Überblick über die wichtigsten Daten, Zahlen, Fakten und Projekte in der 75-jährigen Geschichte der Aalener Wohnungsbau. "Hier bin ich zuhause" blickt mit Blümchentapete, kultigen Möbeln und einer modernen Sitzlounge auch hinter die Mauern, bis hinein in die guten Stuben, in denen sich die Aalener Mieter wohl fühlen sollen.

Eine große Herausforderung, zumal zu Zeiten der Gründung der Wohnungsbau 1935 auf Initiative des damaligen OB Dr. Karl Schübel, befindet Lächele. "Denn damals herrschte große Wohnungsnot, von der gerade jene betroffen waren, die sich am freien Markt keine Wohnung zu akzeptablen Bedingungen leisten konnten", erläutert er die Beweggründe für die Gründung der Gesellschaft. Die zweite Herausforderung kam nach dem Zweiten Weltkrieg mit der großen Flüchtlingswelle, die die Einwohnerzahl Aalens beinahe sprungartig ansteigen ließ. "Rund 700 Wohnungen wurden zwischen 1950 und 1956 gebaut – eine außerordentliche Leistung des Unternehmens", würdigt Lächele die Leistung der Wohnungsbau. Und mit dem Mauerfall 1989 gab es erneut plötzlich 2000 Wohnungssuchende in der Kocherstadt, und das Unternehmen reagierte wiederum schnell, erstellte 220 Wohneinheiten.

Zuvor hatte Aalens Erste Bürgermeisterin und nebenamtliche Geschäftsführerin der Wohnungsbau den Fokus gerichtet auf das moderne, sozial-organisierte aber immer auch wirtschaftliche Unternehmen. "Zuhause sein braucht Sicherheit, und einen zuverlässigen Partner. Gerade darin unterscheidet sich die städtische Wohnungsbau von vergleichbaren Unternehmen", stellte Heim-Wenzler die aktuelle Bedeutung des Unternehmens außer Frage.

Im Kreise der Gemeinderäte, Aufsichtsräte der Wohnungsbau und auch einiger langjähriger Mieter ging dann der Blick von Wohnungsbau-Chef Robert Ihl auch voraus: "Zusammen mit OB Martin Gerlach und der Ersten Bürgermeisterin haben wir schon unsere Ziele bis zum Jahr 2020 gesteckt." Allein in den nächsten fünf Jahren wolle die Wohnungsbau 30 Millionen Euro in die Hand nehmen für Bauträgerobjekte im Pelzwasen, an der Aal, in der Weststadt, sowie für die Modernisierung der Bestände. Ihl: "Ein Betrag, der auch wichtig ist für die hiesige Wirtschaft."

Ein besonderer Gruß von Oberbürgermeister Martin Gerlach galt seinem Amtsvorgänger Ulrich Pfeifle, dem bislang längsten Aufsichtsratsvorsitzenden der Wohnungsbau. Der größte Vermieter der Stadt – zu fast 100 Prozent im städtischen Eigentum – habe sich zum Erfolgsmodell gemausert. "Wertvolles Tafelsilber, das wir nicht verscherbeln werden, sondern mit dem wir weiter umgehen wollen", betonte Gerlach sinngemäß.
 
© Schwäbische Post

20.10.2010