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Spross einer Karlsruher „Gas-Familie“ einiges vorzuweisen. In Tübingen legte er nicht nur zahlreiche Referenzen, etwa der Städte Freiburg i. Br. oder Ansbach vor, sondern auch technische Gutachten der von ihm errichteten Gaswerke in Meiningen und Zweibrücken. Ein Beruf im Gasfach war Emil Spreng im Grunde in die Wiege gelegt. Sein Vater, Johann Nepomuk Spreng, kam aus Rottweil am Neckar als junger Kaufmann nach Karlsruhe, wo er schon bald in den Stadtrat ge- wählt wurde. Dort setzte er sich in den 1840er-Jahren als Vorsitzender des Gewerbevereins für den Bau eines Gaswerks ein.10 Dieses Werk wurde von der Londoner Gasgesellschaft Barlow & Manby errichtet, die es danach auch für die Stadt betreiben sollte.11 Der am Karlsruher Polytechnikum zum Ingenieur ausgebildete Emil Spreng wurde 1846 von dieser englischen Gasgesellschaft eingestellt und erlebte in seinen ersten Berufsjahren, wie das Karlsruher Gaswerk entstand. Später äußerte er allerdings, damals habe er gelernt, wie man es nicht machen sollte. Nach Abschluss der Bauarbeiten ging er als Gaswerksdirektor zunächst nach Baden-Baden, dann nach Karlsruhe und Freiburg.12 Die Aktivitäten des Vaters Spreng in Freiburg und Nürnberg hatten die Gründung der „Badischen Gesellschaft für Gasbeleuchtung“ 1851 zur Folge, die sich zur Aufgabe machte, Gaswerke zu errichten und in Pacht zu betreiben. Insgesamt baute und betrieb diese Gesellschaft rund 20 Werke, u.a. das in Nürnberg.13 Dort wurde Emil Spreng 1855 Gas-Direktor.14 Darüber hinaus versuchte er auch, auf einem anderen Gebiet erfolgreich zu sein. Der BASF-Gründer Friedrich Engelhorn hatte gezeigt, wie sich der in einem Gaswerk anfal- lende Teer für die Farbstoff-Herstellung nutzen lässt. In Nürnberg wollte Spreng auf diese Weise die Wirtschaftlichkeit des Gaswerks erhöhen. Mit diesem Schreiben vom Januar 1861 stellte der umtriebige Ingenieur Spreng sich und seine Dienste 12 dem Tübinger Gemeinderat vor.


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