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Die Neckarbrücke war als Hauptverkehrsader mit Als im November 1861 der städtische Be- mehreren Gaslaternen ausgestattet, eine davon schluss für das Gaswerk in Tübingen gefal- zeigt dieses Foto aus der Zeit um 1864. len war, wurde eine gemischte „Commis- sion“ von Stadt, Universität und Königlicher Bahnhofs-Inspektion eingesetzt, die den Bau einer städtischen Gasanstalt voran- treiben sollte. Die Universität als größter Abnehmer und der Bahnhof, ebenfalls als Großabnehmer, wurden so in die Vorbe- reitungen einbezogen. Am Tag nach der Einweihung des Gaswerks am 25. Oktober 1862 berichtete die Tübin- ger Chronik zu den Feierlichkeiten vom „herrlichsten Glanze“, den die Gasbeleuch- tung darbot.7 Mit einem Festzug, der am Gaswerk begann, nahm ganz Tübingen an der Einweihung teil. Ein Höhepunkt war ein mit 3.000 Flammen bestückter Reichs- adler, der auf dem Marktplatz erstrahlte. „Der Anblick desselben war wirklich pracht- voll und erhebend: 3.000 Flämmchen ström- ten, wie goldene Perlen in steter Bewegung nach oben flimmernd, das schöne Licht aus.“ 150 geladene Gäste konnten sich anschließend an Galadiner und Bankett laben. Gedichte auf die alten Öllampen und auf das neue Gaslicht wurden vorgetragen und Professor Quenstedt brachte einen Toast auf das Gaswerk aus.8 9


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