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Firmenhistoriker

10 Die Anfänge der Papierproduktion in Deutschland waren lange ungeklärt. Vermutlich wurde die erste deutsche Papiermühle in der Stadt Ravensburg gebaut, die spätestens im Jahr 1324 mit der Papierherstellung begann. Ihre Gründung wird dem Fernkaufmann und Bürgermeister Conrad Wirt zugeschrieben. Im Jahr 1390 richtete der Patrizier und Fernhandelskaufmann Ulman Stromer die Nürnberger Gleismühle als Papiermühle ein.1 Doch bereits nach wenigen Jahrzehnten stellte die Nürnberger Papiermühle ihren Betrieb wieder ein. Die Ravensburger Papiermacherei dagegen entwickelte sich in den beiden folgenden Jahrhunderten zum bedeutendsten Ort der Papierherstellung in Deutschland. Sechs Papiermühlen produzierten von Mitte des 15. Jahrhunderts vier Jahrzehnte lang ununterbrochen Papier. Für die technische Auslastung und wirtschaftliche Rentabilität sorgte die überregionale Vermarktung des Luxusprodukts Papier: So verwundert es nicht, dass Ravensburg – bekannt als Fernhandelsstadt – der Ausgangspunkt für die Entwicklung der deutschen Papierindustrie war. Die Hauptkunden waren Kanzleien und Schreibstuben der gehobenen Schicht sowie die Skriptorien der Klöster in ganz Europa. Das Absatzgebiet erstreckte sich im Norden bis nach Finnland, im Süden bis in die heutige Schweiz nach Bern und im Osten bis nach Wien. Im Westen dagegen war am Oberrhein Schluss. Doch die Konkurrenz schlief nicht: Papiermühlen entstanden in weiten Teilen Deutschlands. So beispielsweise in Lörrach im Schwarzwald oder in Kempten, Augsburg und Memmingen. Aber auch die Gründung der ersten württembergischen Papiermühle 1477 von Graf Eberhard im Bart in Urach oder weitere Mühlen wie in Heidenheim, Ettlingen 1324 Erste Papiermühle Deutschlands in Ravensburg 1477 Erste Papiermühle im Herzogtum Württemberg


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