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16 1603 Johann Christoph von Westerstetten wird Fürstpropst in Ellwangen Ellwangen im Jahre 1612 Anno Domini. Hoch thront die imposante fürstpröpstliche Residenz über der Stadt. Erst wenige Jahre vorher hat ihr Hausherr, Fürstpropst Johann Christoph I. von Westerstetten, die bis in die Stauferzeit zurückreichende mittelalterliche Burg zu einem repräsentativen Renaissanceschloss umbauen lassen. Ein Wappen über dem Hauptportal zeugt mit der Inschrift „1608 Johann Christoph D: G:1 Probst und Herr zu Ellwangen“ vom herrschaftlichen Selbstverständnis des Bauherren, der im eigenständigen Fürstentum Ellwangen die geistliche und weltliche Macht in seiner Person vereint. Eine Macht, die er als Herrscher von Gottes Gnaden im religiösen wie im politischen Bereich zielstrebig und uneingeschränkt einsetzt. Und dies nicht immer zum Wohl seiner Untertanen: Johann Christoph I. von Westerstetten macht sich nicht nur als Bauherr, Förderer der Kunst und kluger Wirtschaftspolitiker einen Namen, sondern erlangt vor allem als religiöser Eiferer traurige Berühmtheit – durch die unerbittliche Hexenverfolgung, die während seiner Amtszeit furchterregende Ausmaße annimmt. Das rege Amtsverständnis des Fürstpropstes schafft aber auch ganz alltagspraktische Probleme: Seine Kanzleischreiber brauchen zunehmend mehr Papier, das man teuer in Nördlingen, Nürnberg und Frankfurt kaufen muss. Und so reift in Johann Christoph I. der Plan, seinen Papierbedarf künftig durch eine eigene Papiermühle zu decken. Im Frühjahr 1612 nehmen die Planungen Gestalt an und finden am 10. Mai Eingang in das Ellwanger Hofratsprotokoll.2 Freilich kann da noch niemand ahnen, dass die geplante Papiermühle 1608 Das Ellwanger Schloss wird in großem Stil umgebaut Der Ellwanger Fürstpropst Johann Christoph von Westerstetten ließ in Unterkochen eine Papiermühle erbauen.


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