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»Ein deutsches Oxford«? Kaiser-Wilhelm-Institut für Silikatforschung 1926–1948 1926: Halbzeit für die Weimarer Republik – Die ohnehin starke Inflation war dadurch derart ange- und Startschuss für ein neues Forschungs- heizt worden, dass sie in kürzester Zeit in eine institut Berlin 1926. Eine zwiespältige Stadt in verheerende Hyperinflation bisher unbekannten einem zwiespältigen Land. Eine quirlige Metropole Ausmaßes mündete. In der schlimmsten Phase in einem ungeliebten Staat, der vor gerade einmal kostete ein Laib Brot mehrere Millionen Mark, neue sieben Jahren in Weimar gegründet worden war. Geldscheine konnten nicht so schnell gedruckt Reichskanzler war seit Januar der parteilose Hans werden, wie sie an Wert verloren. Luther, ab Mai dann Wilhelm Marx, das Außenmi- nisterium leitete der wesentlich populärere Gustav Angefacht durch diese wirtschaftlich desolate Lage Stresemann. hatte dem Land ein Bürgerkrieg gedroht, auf den linke wie rechte Gruppierungen zusteuerten. Doch Berlin 1926, das hieß einerseits Zuversicht, Auf- die Putschversuche aus beiden Richtungen waren bruchsstimmung und Weltstadtflair. Drei Jahre lag gescheitert, und der bis dahin hauptsächlich in die schwerste Krise der noch jungen Demokratie Bayern bekannte Anführer eines rechten Putschver- jetzt zurück. Der Einmarsch französischer und belgi- suches in München, ein gewisser Adolf Hitler, war scher Truppen in das Ruhrgebiet – ausgelöst von ver- in Landsberger Festungshaft und damit vorerst aus spätet geleisteten deutschen Reparationszahlungen – den Schlagzeilen. hatte 1923 einen Generalstreik der Berg- und Me- tallarbeiter ausgelöst, den die Berliner Regierung Und: Dem kurzzeitigen Reichskanzler Stresemann finanziell unterstützte: durch das Drucken von Geld. war es im Herbst des Krisenjahres 1923 gelungen, 4


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